Stress und Immunsystem-die Sache mit dem Säbelzahntiger
Im vorherigen Blog- Psychosomatik mit chinesischer Medizin- haben wir schon geschaut, was in dieser Hinsicht Stress bedeutet, Meridiane werden überlastet und es enstehen Schmerzen und Spannungen.
Stress wirkt leider auf verschiedenen Ebenen unseres Körpers.
Das plötzliche Auftreten eines Säbelzahntigers war für unsere Steinzeitlichen Vorfahren, in deren Zeit die Grundlagen unseres Immunsystems enstanden, ein kurzfristiges lebensbedrohliches Event, sie brauchten alle Kraft für Flucht oder Verteidigung.
Von der Natur weise eingerichtet um uns die Kraft kurzfristig zur Verfügung zu stellen, schüttet der Körper aus der Nebenniere Stresshormone aus Noradrenalin und Adrenalin. Diese Hormone aktivieren den Sympatikus- den einen Nerv des vegetativen Nervensystens.
Der Sympatikus reguliert unsere inneren Organe, im Stress aktiviert lässt er den Herzschlag, Bludruck und den Bluzuckerspiegel steigen, zieht Blut von den Verdauungsorganen, Magen und Därmen ab, hemmt die Aktivität von Bauchspeicheldrüse und Galle. Die Muskulatur der Extremitäten wird mehr durchblutet, die Aufmerksamkeit und Wachheit insgesamt erhöht.
Wenn die Gefahr überstandenn ist, wird der Parasympatikus aktiv. Dieser zweite Nerv des vegetativen Nervensystems, der all diese Funktionen wieder umkehrt, damit der Körper entspannen kann und zu der normalen Funktion zurückkehrt, das Herz ruhiger wird, die Verdauung wieder einsetzt. Schlaf und Erholung wieder möglich werden.
Was aber, wenn der Säbelzahntiger nicht mehr weggeht? Dann kommt das Cortisol System ins Spiel, denn Noradrenalin und Adrenalin werden vom Körper sehr schnell abgebaut, um weiter Spannung aufrecht zuerhalten wird als nächstes von der Nebennierenrinde Cortisol ausgeschüttet, das länger wirksam bleibt. Es führt ebenfalls dazu, dass der Sympatikus aktiv bleibt. Und Cortisol unterdrückt außerdem Immunfunktionen, es wirkt entzündungshemmend.
Abgesehen von Stressituationen hat Cortisol einen natürlichen 24 Stunden Rhythmus, morgens sind normalerweise die Werte am höchsten, nachts am niedrigsten. Das ist wichtig, damit wir nachts schlafen können und unser Körper Regenerations- und Verdauungsfunktionen ausführen kann.
Dauerstress, also wenn der Säbelzahntiger ständig vor unserer Tür liegt, führt durch die Wirkung von Sympatikus und Cortisol zu den bekannten Stressproblemen: Schlaflosigkeit, hohem Blutdruck aber auch erhöhtem Blutzuckerspiegel und Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse bis Diabetes, Verdauungsproblemen und Schwäche des Immunsystems. Weil dauerhaft die gesunde Entzündungsfunktion gehemmt bleibt, heilen Verletzungen aller Art schlechter, Narben machen lange Probleme. Aber auch Infekte können schlechter vom Immunsystem bekämpft werden, das Krebsrisiko steigt, weil eine wichtige Aufgabe des Immunsystems ist, aus dem Takt und Funktion geratene Zellen abzubauen.
Diese Mechanismen lassen zwei Schlüsse zu: zum einen ist es enorm wichtig für eine gesunde Funktion unseres Körpers, Stress immer wieder zu reduzieren, so dass die natürliche Balance der Organe stabil bleibt. Zum anderen, dass für eine Heilung von Verletzungen und Operationen aber auch anderen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem immer eine Rolle spielt, Stress jeder Art, vor allem Dauerstress blockiert. Denn es ist vor allem der Parasympatikus, der die Zellregeneration und Wundheilung sowie die grundsätzliche Aktivität des Immunsystems fördert. Der Parasympatikus fördert die Verdauung, die Verarbeitung und Aufnahme von Nährstoffen, die für die Funktion aller Körperteile und Organe notwendig sind.
Aus meinen Angeboten sind es vor allem Shiatsu und Akupunktur, die zur Stressreduktion beitragen können. Siehe dort.
